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Janusz Korczak (alias Henryk Goldszmit)
Erzieher, Arzt, Schriftsteller
Henryk Goldszmit wurde 1878 in Warschau als Sohn jüdischer Eltern geboren. Schon als junger Mann betreute er benachteiligte Kinder in der Großstadt. Später studierte er Medizin und veröffentlichte unter dem Pseudonym 'Janusz Korczak' seit 1896 pädagogische Schriften ("Das Recht des Kindes auf Achtung", "Wie man ein Kind lieben soll", "Von Kindern und anderen Vorbildern") sowie Erzählungen ("König Hänschen"), Romane, Theaterstücke und Kinderbücher.

Für sein literarisches Wirken erhielt er 1972 posthum den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Die Semesterferien seines Medizinstudiums nutzte er auch dazu, die benachteiligten Kinder in den Sommerkolonien als pädagogischer Helfer zu begleiten.

Während seiner Auslandsaufenthalte praktizierte er als Arzt an verschiedenen Kinderkrankenhäusern in Frankreich, England und Deutschland, wo Bruno Bettelheim auf ihn aufmerksam wurde. Später war er als Kinderarzt in Polen tätig. Er gab seinen Beruf auf, um sich ganz den Waisenkindern und ihrer Erziehung zu widmen.

Er stellte eine "Magna Charta Libertatis", sozusagen ein Grundgesetz für Kinder, auf, in dem große Rechte zur Selbstbestimmung und -verwaltung festgehalten waren und dessen Erkenntnisse in der Substanz in die Menschenrechts-Charta für Kinder, die bis dahin juristisch "Unpersonen" waren, einflossen.

Schon 1899 legte er das Credo seiner Pädagogik literarisch nieder: "Kinder werden nicht erst zu Menschen erzogen, sie sind schon Menschen". Ein weiterer Leitspruch von ihm lautet: "In jedem Kind ist ein Funke enthalten, der die Flammen des Glücks in einem jeden Menschenherz entzünden kann".

1911 übernahm er die Leitung des in Warschau gegründeten jüdischen Waisenhauses Dom Sierot, bis es 1942 von den Deutschen aufgelöst wurde. Dort gründete er unter anderem auch die erste öffentliche Zeitung ("Kleine Rundschau"), die von Kindern für Kinder gemacht wurde. Er richtete auch Organe einer parlamentarischen Selbstverwaltung für Kinder und Erzieher ein, die die Kleinen vor Rechtslosigkeit, Wilkür und Despotismus der Erzieher schützten.

Die 200 Waisenkinder seines Waisenhauses wurden am 5. August 1942 in das Konzentrationslager Treblinka transportiert. Obwohl die polnische Untergrundarmee Koczak anbot, ihn aus dem Ghetto zu befreien, ging er freiwillig mit 'seinen' Kindern nach Treblinka, "damit sie sich nicht fürchten". Dort kam er zusammen mit ihnen in den Gaskammern um.